March 4, 2024

Meine Erfahrungen mit der Leica M11 ein persönliches Review

by
Dr. Chris Kaeppel

The Leica M11 got my daily companion and I tried to review this tiny little lady in black in this Articel. I was stunned by the great lowlight performance of the Leica M11 with its massive 60MP.

Die Leica M11 in Frame

Meine ersten Erfahrungen mit der Leica M11, mein Lowlighttest und die Meinung von Rafael Zeier und Claus Sassenberg

Tempus fugit! Mittlerweile darf ich die Leica M11 schon zwei Wochen mein eigen nennen und ich konnte auch erste Erfahrungen mit der neuesten Messsucherkamera aus dem Hause Leica sammeln. Diese möchte ich in einem Hands On Review (kein vollständiger Testbericht) hier mit euch teilen und zwar einerseits in Form einer kurzen Zusammenfassung der einzelnen Kernpunkte und anderseits in Form eines ausführlichen Youtube-Videos. Neu: Ich habe auch zwei externe Statements zur Leica M11 von dem Gründer von messsucherwelt.com, Dr. Claus Sassenberg und dem schweizer Technikjournalisten und Youtuber Rafael Zeier (abonniert Rafaels Kanal hier).

Ein vortreffliches Hands On zur Leica M11 bietet zudem schon Claus auf seinem Blog (hier).

Hinweis: Der Beitrag enthält keinerlei bezahlte Werbung. Links am Ende sind Affiliate Links, mit denen meine Arbeit unterstützt werden kann.

Das Design der Leica M11

Wer mich kennt, weiß, dass ich schon das Design der Leica M10P geliebt habe (meinen Liebesbrief zur Leica M10P findet ihr hier). Was bietet mir also die Leica M11 nun mehr, oder Schöneres?

  • Juhu. Die Bodenplatte ist weg. Bisher musste man, um an den Akku und die Speicherkarte der M-Kameras zu kommen, eine Bodenplatte aus Messing entfernen. Das war zum einen etwas fummelig und zum anderen konnte es passieren, dass man die Bodenplatte nicht richtig befestigt und dass sie am Ende auf den Boden fällt. Nun ist die Bodenplatte obsolet und wie bei der Leica SL und Q Serie kann man den Akku wie bei einem Magazin einer Waffe durch eindrücken leicht herausnehmen.
  • Mit der fehlenden Bodenplatte geht auch eine Gewichtsreduzierung einher. Das schwarze Modell, das ich besitze hat zudem den oberen Teil der Kamera nicht mehr aus Messing gefertigt, sondern aus Aluminium. Dies bringt eine Gewichtsersparnis von 20 Prozent, was ich begrüße, weil ich super viel mit der Kamera unterwegs ist und gerade bei Wandertouren oder Radfahren dann ja doch irgendwie jedes Gramm zählt 🙂
  • Die Kamera fühlt sich insgesamt moderner an und hat auch ein wenig geänderte Proportionen, so wurde der obere Bereich des Messsuchers neu designt, das führt zu einem moderneren Auftreten bei Beibehaltung der Leica Gene.
  • Die Tasten auf der Rückseite sind nun nicht mehr in Plastik eingebettet, das mit dem Display schließt, sondern von Kunstleder (je nach Ausführung) umgeben. Dies wirkt nochmal einen Ticken edler in meinen Augen
  • Auch Akku und Akkuladegerät wurden neu designt. Die Bodenplatte des Akkus scheint mit einer Art gummierter Schutzschicht überzogen zu sein, die Kratzer und Ähnliches abhalten könnte
  • Mit dem Verlust der Bodenplatte geht auch ein Gewinn einher: Die Kamera hat nun einen USB-C-Anschluss mittels dessen Sie geladen werden kann, der auch für Tethering und ultraschnelle Datenverbindungen zu Apple Geräten geeignet ist.
  • Tastenlayout: Der Funktionsknopf von der Frontseite der Leica M10 ist nun neben den Auslöser auf der oberen Seite gewandert. Ich dachte zuerst, die Kamera kann nun wieder filmen, wie in Vorzeiten die Leica M240, die genau an dieser Stelle einen Knopf zum Starten von Filmaufnahmen hatte. Dieses Mal handelt sich aber um eine programmierbare Funktionstaste.
  • Das Drehrad an der Rückseite hat eine Funktionserweiterung bekommen: Es ist nun programmierbar und man kann es drücken. Sinnvoll weitergedacht und zum Glück keine Touchbar wie bei der Canon EOS R, von der ich immer noch Alpträume habe.
  • Zur Wasserbeständigkeit der Kamera konnte ich leider noch keine Informationen von Seiten von Leica finden. Das wäre für mich noch spannend zu wissen, was die Kamera hier offiziell aushalten kann. Meine bisherige M10P war hier schon sehr hart im Nehmen, aber man möchte nichts riskieren. Wenn hier jemand nähere Informationen hat, würde ich mich sehr darüber in den Kommentaren freuen. Das neue Ladegerät ist sehr leicht, Made in China, ist als Dockingstation zu betrachten, in die man den Akku leicht hineinstellen kann. Vorteilhaft ist auch, dass man daran direkt ein USB-2.0 Kabel anschließen kann, das das Gerät dann mit Strom versorgt. Eine Ladekabel für die Steckdosen im Auto, wie bei der M10P im Lieferumfang, konnte ich meiner Schachtel nicht entlocken.
  • Alles in allem wirkt die Kamera sehr hochwertig verarbeitet, die Knöpfe lassen sich smooth wie immer betätigen und man hat keinen Grund zum Tadel. Auch der Auslöser schließt für meine Begriffe ähnlich angenehm wie bei der M10P.
Zusammen mit dem Summilux 35mm einfach eine hübsche Kamera, die Leica M11

UX und Bedienung der Leica M11

Wie gewohnt verfügt die Leica M11 über ein einfaches auf das Wesentliche reduziertes Menü. Im Vergleich zum Vorgänger, gibt es nun das wie aus Leica Q2 und SL2 bekannte Schnelleinstiegsmenü, mittels dessen man die wichtigsten Funktion gleich direkt über Touchscreen steuern kann. Das finde ich sehr hilfreich und modern.

Das cleane UX/UI der Leica M11
die schlichte Menüführung der Leica M11

Der 60 Megapixel Sensor der Leica M11 - ein wahrer Bolide

Der 60 Megapixel Sensor der Leica M11 war einer der Gründe, weshalb ich die Kamera eigentlich nie haben wollte. Schon in meinem Podcast mit Claus Sassenberg über mögliche Weiterentwicklungen der M-Kameras haben wir ausführlich dazu diskutiert. Claus und Ich waren der Meinung, das könnte ein Problem werden, kein Mensch braucht 60 Megapixel, die Lowlightperformance muss aufgrund der hohen Megapixelzahl grottig sein und, und (hier gehts zur Podcastfolge). Nunja, nun haben wir uns beide die Leica M11 geholt, aber was hat uns dazu gebracht, unsere Meinung zu ändern?

Leica liefert mit diesem hochauflösenden 60 Megapixel nicht nur einen 60 Megapixel-Sensor aus, sondern gibt noch eine neue Technologie hinzu, die auf dem Kameramarkt noch nicht so weit verbreitet ist und eine geniale Lösung zu liefern scheint: Pixel Binning. Mittels dieser Technologie ist es möglich, alle Pixel des Sensors zu verbinden und damit eine kleinere Auflösung zu erreichen, wobei trotzdem der volle Sensor genutzt wird. Im konkreten Fall kann man also mit der Leica M11 nicht nur Fotos mit 60 Megapixel aufnehmen, sondern auch mit 36 Megapixel und mit 18 Megapixel. Da dürfte wohl für jeden etwas dabei sein. Und das ist noch nicht genug, man kann auch hergehen und eine Auflösung für das DNG-File und eine für das JPG-File nehmen, also zwei Auflösungen gleichzeitig. Der moderne Maestro III Prozessor kommt mit den Datenmengen auch in der Praxis richtig gut klar. Also hier muss man Leica wirklich ein Lob aussprechen für dieses Maß an Innovationskraft, auf wenn der Sensor natürlich auch in diesem Modell nicht von Leica selbst von Grund auf entwickelt wurde, sondern von einer Firma, die nicht explizit gennant wird (Benchmarks und andere Vergleiche könnten vermuten lassen, dass es sich um einen ähnlichen Sensor handelt wie bei der Sony Alpha 7R IV, aber das bleibt Spekulation) und von Leica weiter spezifiziert wurde.

Kann der 60 Megapixel Sensor der Leica M11 auch Lowlight?

Die Möglichkeit, mit weniger Megapixel aufnehmen zu können bedeutet für mich weniger Daten, aber verspricht auch eine besser Lowlight-Performance. Das hat mir tatsächlich für meinen Kauf am meisten Sorgen bereitet: Wird der 60 MP-Sensor auch im Lowlight etwas leisten können. Das Problem könnte man nun natürlich umgehen, indem man einen Gang oder zwei Gänge herunterschaltet auf 36 Megapixel, oder auf 18 Megapixel. Also fiel bei mir schon mal diese Hürde vor dem Kauf und ich habe zugeschlagen. In der Praxis wollte ich nun aber wissen, ob es auch möglich ist, wie mit meiner M10P Bilder am Abend aufzunehmen und zwar in voller Auflösung. Erste Ergebnisse seht ihr hier. Macht euch selbst euer Bild:

Ich war ziemlich begeistert, wie man mit 60 Megapixel, ohne Stabilisator bei 3200 ISO so schöne Bilder aufnehmen kann. Der Vergleich mit der Aufnahme der M10P liefert mir sogar mehr Details, mehr Tiefe, ein schöneres Schwarz. Das hätte ich mir nie gedacht und zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, sich selbst ein Bild zu machen im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe daraus auch etwas gelernt: Sensortechnologie schreitet schnell voran und ein Jahr bedeutet viel. So werden auch hochauflösende Sensoren jetzt immer rauscharmer. Für eine Verbesserung spricht auch, dass die M11 nun eine native ISO von 64 liefert und nicht mehr 200 wie die Leica M10-P.

Ich bin überrascht von der tollen Lowlight Performance der Leica M11

Danke für den elektronischen Verschluss der Leica M11

Klar, es gibt ND-Filter und klar, ein elektronischer Verschluss hat Probleme mit bewegten Objekten. Aber ich sage einfach mal Danke für diese willkommene Neuerung. Wie oft ist es mir passiert, dass ich keinen ND-Filter dabei hatte, aber trotzdem mein Summilux gerne mit hoher Lichtstärke betreiben wollte und am Ende ein Bild mit ausgebrannten Himmel entstand. Das passiert jetzt nicht mehr so leicht, da ich mit dem elektronischen Verschluss die Möglichkeit von Verschlusszeiten bis zu 1/10000s habe. Zudem kann ich nicht so leicht verwackeln wie bei einem mechanischen Verschluss und kann wenn nötig komplett lautlos auslösen. Was kann daran nur schlecht sein? 😉

Fehlender IBIS bei der Leica M11

Zu behaupten, ein integrierter Bildstabilsator macht an einer M11 keinen Sinn, gerade bei der hohen Megapixelzahl, wäre nicht ehrlich. Ich hätte nicht nein gesagt und Leica kann auch Bildstabilisatoren bauen, das zeigen wieder Leica SL2 und Q2. Doch zu welchem Preis hätte man in die M11 einen IBIS einbauen können? Vermutlich zum Preis größerer Abmessungen und das wollte Leica vermeiden höchstwahrscheinlich und begrüße ich auch sehr. Ich komme auch in schwierigen Lichtsituationen gut ohne Stabilisator zu recht und finde es angenehm, dass das Display im Liveview stabilisiert ist. Hier sehe ich einen großen Pluspunkt, denn das Display zudem auch höher aufgelöst und ich finde dadurch funktioniert Fokuspeaking schöner und ich komme am Ende des Tages zu einer höheren Anzahl an scharfen Bildern 😉

Fazit: Leica M11 eine sinnvolle Weiterentwicklung in jeder Hinsicht

Für mich hat sich mit der Leica M11 so gut wie alles weiterentwickelt, was ich mir gewünscht habe: Bodenplatte, Akku, Konnektivität, Display, Sensor. Nicht gewünscht habe ich mir eine Weiterentwicklung des Preises. Dies ist aber eine eigene Frage. Ich habe inzwischen mit vielen Leuten gesprochen, die den hohen Preis der Kamera (8.350€) kritisierieren. Er erklärt sich ein Stückweit vielleicht auch aus der aktuellen Chipknappheit und dem immensen Entwicklungsaufwand, den Leica in dieses Projekt gesteckt hat. Gerade der Sensor mit dreistufiger Auflösung muss unglaublich kompliziert gewesen sein, zu bewerkstelligen.

Ich habe aber genauso in letzter Zeit viele Fotografen und Fotografinnen kennen gelernt, die gesagt haben, eine Leica M ist ihnen das Geld wert, die sogar private Sachen verkauft haben, um sich eine Leica M zu leisten. Und genauso geht es mir, ich habe viel gespart, um mir auch diesen neuen Traum erfüllen zu können und auch hart dafür gearbeitet. Ich weiß, es ist ein Privileg, mit einer so wahnsinnig teuren Kamera arbeiten zu dürfen. Aber mir ist es die Kamera wert. Sie gibt mir viel zurück und schon meine M10P hat die schönsten Erinnerungen der letzen Jahre für mich festgehalten und mir in einer harten Schule gelernt, wie man richtig fotografiert und ich meinen Blick schärfen kann. Auch ist mir das M-System eine Ablenkung nach einem langem Arbeitstag in der Welt der IT.

Nach wie vor, sehe ich auch in der Leica M11 einen Look, den ich bei anderen Kameras nicht sehe und bin genau deshalb mega happy damit. In nächster Zeit möchte ich mich deshalb noch mehr auf das Fotografieren konzentrieren und euch ein wenig mitnehmen, also ein wenig weg von den vielen technischen Themen, die wir jetzt geklärt haben 😉

Bleibt gesund und kreativ,
Chris

Die Leica M11 in Frame

Meine ersten Erfahrungen mit der Leica M11, mein Lowlighttest und die Meinung von Rafael Zeier und Claus Sassenberg

Tempus fugit! Mittlerweile darf ich die Leica M11 schon zwei Wochen mein eigen nennen und ich konnte auch erste Erfahrungen mit der neuesten Messsucherkamera aus dem Hause Leica sammeln. Diese möchte ich in einem Hands On Review (kein vollständiger Testbericht) hier mit euch teilen und zwar einerseits in Form einer kurzen Zusammenfassung der einzelnen Kernpunkte und anderseits in Form eines ausführlichen Youtube-Videos. Neu: Ich habe auch zwei externe Statements zur Leica M11 von dem Gründer von messsucherwelt.com, Dr. Claus Sassenberg und dem schweizer Technikjournalisten und Youtuber Rafael Zeier (abonniert Rafaels Kanal hier).

Ein vortreffliches Hands On zur Leica M11 bietet zudem schon Claus auf seinem Blog (hier).

Hinweis: Der Beitrag enthält keinerlei bezahlte Werbung. Links am Ende sind Affiliate Links, mit denen meine Arbeit unterstützt werden kann.

Das Design der Leica M11

Wer mich kennt, weiß, dass ich schon das Design der Leica M10P geliebt habe (meinen Liebesbrief zur Leica M10P findet ihr hier). Was bietet mir also die Leica M11 nun mehr, oder Schöneres?

  • Juhu. Die Bodenplatte ist weg. Bisher musste man, um an den Akku und die Speicherkarte der M-Kameras zu kommen, eine Bodenplatte aus Messing entfernen. Das war zum einen etwas fummelig und zum anderen konnte es passieren, dass man die Bodenplatte nicht richtig befestigt und dass sie am Ende auf den Boden fällt. Nun ist die Bodenplatte obsolet und wie bei der Leica SL und Q Serie kann man den Akku wie bei einem Magazin einer Waffe durch eindrücken leicht herausnehmen.
  • Mit der fehlenden Bodenplatte geht auch eine Gewichtsreduzierung einher. Das schwarze Modell, das ich besitze hat zudem den oberen Teil der Kamera nicht mehr aus Messing gefertigt, sondern aus Aluminium. Dies bringt eine Gewichtsersparnis von 20 Prozent, was ich begrüße, weil ich super viel mit der Kamera unterwegs ist und gerade bei Wandertouren oder Radfahren dann ja doch irgendwie jedes Gramm zählt 🙂
  • Die Kamera fühlt sich insgesamt moderner an und hat auch ein wenig geänderte Proportionen, so wurde der obere Bereich des Messsuchers neu designt, das führt zu einem moderneren Auftreten bei Beibehaltung der Leica Gene.
  • Die Tasten auf der Rückseite sind nun nicht mehr in Plastik eingebettet, das mit dem Display schließt, sondern von Kunstleder (je nach Ausführung) umgeben. Dies wirkt nochmal einen Ticken edler in meinen Augen
  • Auch Akku und Akkuladegerät wurden neu designt. Die Bodenplatte des Akkus scheint mit einer Art gummierter Schutzschicht überzogen zu sein, die Kratzer und Ähnliches abhalten könnte
  • Mit dem Verlust der Bodenplatte geht auch ein Gewinn einher: Die Kamera hat nun einen USB-C-Anschluss mittels dessen Sie geladen werden kann, der auch für Tethering und ultraschnelle Datenverbindungen zu Apple Geräten geeignet ist.
  • Tastenlayout: Der Funktionsknopf von der Frontseite der Leica M10 ist nun neben den Auslöser auf der oberen Seite gewandert. Ich dachte zuerst, die Kamera kann nun wieder filmen, wie in Vorzeiten die Leica M240, die genau an dieser Stelle einen Knopf zum Starten von Filmaufnahmen hatte. Dieses Mal handelt sich aber um eine programmierbare Funktionstaste.
  • Das Drehrad an der Rückseite hat eine Funktionserweiterung bekommen: Es ist nun programmierbar und man kann es drücken. Sinnvoll weitergedacht und zum Glück keine Touchbar wie bei der Canon EOS R, von der ich immer noch Alpträume habe.
  • Zur Wasserbeständigkeit der Kamera konnte ich leider noch keine Informationen von Seiten von Leica finden. Das wäre für mich noch spannend zu wissen, was die Kamera hier offiziell aushalten kann. Meine bisherige M10P war hier schon sehr hart im Nehmen, aber man möchte nichts riskieren. Wenn hier jemand nähere Informationen hat, würde ich mich sehr darüber in den Kommentaren freuen. Das neue Ladegerät ist sehr leicht, Made in China, ist als Dockingstation zu betrachten, in die man den Akku leicht hineinstellen kann. Vorteilhaft ist auch, dass man daran direkt ein USB-2.0 Kabel anschließen kann, das das Gerät dann mit Strom versorgt. Eine Ladekabel für die Steckdosen im Auto, wie bei der M10P im Lieferumfang, konnte ich meiner Schachtel nicht entlocken.
  • Alles in allem wirkt die Kamera sehr hochwertig verarbeitet, die Knöpfe lassen sich smooth wie immer betätigen und man hat keinen Grund zum Tadel. Auch der Auslöser schließt für meine Begriffe ähnlich angenehm wie bei der M10P.
Zusammen mit dem Summilux 35mm einfach eine hübsche Kamera, die Leica M11

UX und Bedienung der Leica M11

Wie gewohnt verfügt die Leica M11 über ein einfaches auf das Wesentliche reduziertes Menü. Im Vergleich zum Vorgänger, gibt es nun das wie aus Leica Q2 und SL2 bekannte Schnelleinstiegsmenü, mittels dessen man die wichtigsten Funktion gleich direkt über Touchscreen steuern kann. Das finde ich sehr hilfreich und modern.

Das cleane UX/UI der Leica M11
die schlichte Menüführung der Leica M11

Der 60 Megapixel Sensor der Leica M11 - ein wahrer Bolide

Der 60 Megapixel Sensor der Leica M11 war einer der Gründe, weshalb ich die Kamera eigentlich nie haben wollte. Schon in meinem Podcast mit Claus Sassenberg über mögliche Weiterentwicklungen der M-Kameras haben wir ausführlich dazu diskutiert. Claus und Ich waren der Meinung, das könnte ein Problem werden, kein Mensch braucht 60 Megapixel, die Lowlightperformance muss aufgrund der hohen Megapixelzahl grottig sein und, und (hier gehts zur Podcastfolge). Nunja, nun haben wir uns beide die Leica M11 geholt, aber was hat uns dazu gebracht, unsere Meinung zu ändern?

Leica liefert mit diesem hochauflösenden 60 Megapixel nicht nur einen 60 Megapixel-Sensor aus, sondern gibt noch eine neue Technologie hinzu, die auf dem Kameramarkt noch nicht so weit verbreitet ist und eine geniale Lösung zu liefern scheint: Pixel Binning. Mittels dieser Technologie ist es möglich, alle Pixel des Sensors zu verbinden und damit eine kleinere Auflösung zu erreichen, wobei trotzdem der volle Sensor genutzt wird. Im konkreten Fall kann man also mit der Leica M11 nicht nur Fotos mit 60 Megapixel aufnehmen, sondern auch mit 36 Megapixel und mit 18 Megapixel. Da dürfte wohl für jeden etwas dabei sein. Und das ist noch nicht genug, man kann auch hergehen und eine Auflösung für das DNG-File und eine für das JPG-File nehmen, also zwei Auflösungen gleichzeitig. Der moderne Maestro III Prozessor kommt mit den Datenmengen auch in der Praxis richtig gut klar. Also hier muss man Leica wirklich ein Lob aussprechen für dieses Maß an Innovationskraft, auf wenn der Sensor natürlich auch in diesem Modell nicht von Leica selbst von Grund auf entwickelt wurde, sondern von einer Firma, die nicht explizit gennant wird (Benchmarks und andere Vergleiche könnten vermuten lassen, dass es sich um einen ähnlichen Sensor handelt wie bei der Sony Alpha 7R IV, aber das bleibt Spekulation) und von Leica weiter spezifiziert wurde.

Kann der 60 Megapixel Sensor der Leica M11 auch Lowlight?

Die Möglichkeit, mit weniger Megapixel aufnehmen zu können bedeutet für mich weniger Daten, aber verspricht auch eine besser Lowlight-Performance. Das hat mir tatsächlich für meinen Kauf am meisten Sorgen bereitet: Wird der 60 MP-Sensor auch im Lowlight etwas leisten können. Das Problem könnte man nun natürlich umgehen, indem man einen Gang oder zwei Gänge herunterschaltet auf 36 Megapixel, oder auf 18 Megapixel. Also fiel bei mir schon mal diese Hürde vor dem Kauf und ich habe zugeschlagen. In der Praxis wollte ich nun aber wissen, ob es auch möglich ist, wie mit meiner M10P Bilder am Abend aufzunehmen und zwar in voller Auflösung. Erste Ergebnisse seht ihr hier. Macht euch selbst euer Bild:

Ich war ziemlich begeistert, wie man mit 60 Megapixel, ohne Stabilisator bei 3200 ISO so schöne Bilder aufnehmen kann. Der Vergleich mit der Aufnahme der M10P liefert mir sogar mehr Details, mehr Tiefe, ein schöneres Schwarz. Das hätte ich mir nie gedacht und zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, sich selbst ein Bild zu machen im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe daraus auch etwas gelernt: Sensortechnologie schreitet schnell voran und ein Jahr bedeutet viel. So werden auch hochauflösende Sensoren jetzt immer rauscharmer. Für eine Verbesserung spricht auch, dass die M11 nun eine native ISO von 64 liefert und nicht mehr 200 wie die Leica M10-P.

Ich bin überrascht von der tollen Lowlight Performance der Leica M11

Danke für den elektronischen Verschluss der Leica M11

Klar, es gibt ND-Filter und klar, ein elektronischer Verschluss hat Probleme mit bewegten Objekten. Aber ich sage einfach mal Danke für diese willkommene Neuerung. Wie oft ist es mir passiert, dass ich keinen ND-Filter dabei hatte, aber trotzdem mein Summilux gerne mit hoher Lichtstärke betreiben wollte und am Ende ein Bild mit ausgebrannten Himmel entstand. Das passiert jetzt nicht mehr so leicht, da ich mit dem elektronischen Verschluss die Möglichkeit von Verschlusszeiten bis zu 1/10000s habe. Zudem kann ich nicht so leicht verwackeln wie bei einem mechanischen Verschluss und kann wenn nötig komplett lautlos auslösen. Was kann daran nur schlecht sein? 😉

Fehlender IBIS bei der Leica M11

Zu behaupten, ein integrierter Bildstabilsator macht an einer M11 keinen Sinn, gerade bei der hohen Megapixelzahl, wäre nicht ehrlich. Ich hätte nicht nein gesagt und Leica kann auch Bildstabilisatoren bauen, das zeigen wieder Leica SL2 und Q2. Doch zu welchem Preis hätte man in die M11 einen IBIS einbauen können? Vermutlich zum Preis größerer Abmessungen und das wollte Leica vermeiden höchstwahrscheinlich und begrüße ich auch sehr. Ich komme auch in schwierigen Lichtsituationen gut ohne Stabilisator zu recht und finde es angenehm, dass das Display im Liveview stabilisiert ist. Hier sehe ich einen großen Pluspunkt, denn das Display zudem auch höher aufgelöst und ich finde dadurch funktioniert Fokuspeaking schöner und ich komme am Ende des Tages zu einer höheren Anzahl an scharfen Bildern 😉

Fazit: Leica M11 eine sinnvolle Weiterentwicklung in jeder Hinsicht

Für mich hat sich mit der Leica M11 so gut wie alles weiterentwickelt, was ich mir gewünscht habe: Bodenplatte, Akku, Konnektivität, Display, Sensor. Nicht gewünscht habe ich mir eine Weiterentwicklung des Preises. Dies ist aber eine eigene Frage. Ich habe inzwischen mit vielen Leuten gesprochen, die den hohen Preis der Kamera (8.350€) kritisierieren. Er erklärt sich ein Stückweit vielleicht auch aus der aktuellen Chipknappheit und dem immensen Entwicklungsaufwand, den Leica in dieses Projekt gesteckt hat. Gerade der Sensor mit dreistufiger Auflösung muss unglaublich kompliziert gewesen sein, zu bewerkstelligen.

Ich habe aber genauso in letzter Zeit viele Fotografen und Fotografinnen kennen gelernt, die gesagt haben, eine Leica M ist ihnen das Geld wert, die sogar private Sachen verkauft haben, um sich eine Leica M zu leisten. Und genauso geht es mir, ich habe viel gespart, um mir auch diesen neuen Traum erfüllen zu können und auch hart dafür gearbeitet. Ich weiß, es ist ein Privileg, mit einer so wahnsinnig teuren Kamera arbeiten zu dürfen. Aber mir ist es die Kamera wert. Sie gibt mir viel zurück und schon meine M10P hat die schönsten Erinnerungen der letzen Jahre für mich festgehalten und mir in einer harten Schule gelernt, wie man richtig fotografiert und ich meinen Blick schärfen kann. Auch ist mir das M-System eine Ablenkung nach einem langem Arbeitstag in der Welt der IT.

Nach wie vor, sehe ich auch in der Leica M11 einen Look, den ich bei anderen Kameras nicht sehe und bin genau deshalb mega happy damit. In nächster Zeit möchte ich mich deshalb noch mehr auf das Fotografieren konzentrieren und euch ein wenig mitnehmen, also ein wenig weg von den vielen technischen Themen, die wir jetzt geklärt haben 😉

Bleibt gesund und kreativ,
Chris

In diesem Artikel schreibe ich über meine ersten Erfahrungen mit der Leica M11 und zeige erste Ergebnisse meines Lowlight-Tests.