September 3, 2026

Wie mich die Leica Q3 in drei Jahren zu einem besseren Fotografen gemacht hat - ein Langzeitreview

by
Chris Kaeppel

Die Leica Q3 ist weit mehr als nur eine Kamera für mich. Sie hat meinen Blick auf Brennweiten, Streetfotografie und den kreativen Umgang mit Beschränkungen geprägt. Ein persönlicher Rückblick und mein Wunschzettel für die Leica Q4.

Wie mich die Leica Q3 in drei Jahren zu einem besseren Fotografen gemacht hat - Mein Langzeitreview

Mehr als drei Jahre ist die Leica Q3 nun meine treue Begleiterin auf meinen Fotoreisen. Das bedeutet für mich, Zeit Bilanz zu ziehen und zu überlegen, wie hat sich meine Fotografie mit der Leica Q3 verändert oder mich sogar zu einem besseren Fotografen gemacht. Darüber habe ich mir ausführlich Gedanken in einem Youtube-Video gemacht, das ich euch hiermit ans Herz legen und euch gleichzeitig um eure Meinungen bitten würde.

Disclaimer: Ich möchte mit meinen Beiträgen so viel Impact wie möglich für euch bieten. Daher ist es mir ein großes Anliegen, dass ich unabhängig und authentisch arbeiten kann, wie bei meinen Filmen und Fotos generell. Alles, was ich teste, kaufe ich mir selber, sofern ich mal was geliehen bekomme, kennzeichne ich das explizit, auch Affiliate Links oder Werbung, worauf ich so gut wie möglich verzichten möchte. Deshalb würde ich mich umso mehr freuen, wenn ihr meine Arbeit ein wenig unterstützt. Werdet Supporter auf Patreon (hier), gebt mir einen Kaffee auf Paypal aus (hier) ;)

Warum ich von der Leica M11 zur Leica Q3 gewechselt bin

Die Frage begegnet mir immer wieder.

Warum bin ich damals von der Leica M11 zur Leica Q gewechselt?

Die Antwort ist überraschend unspektakulär: Autofokus.

So sehr ich die Leica M liebe, gab es immer wieder Situationen, in denen das manuelle Fokussieren einfach zu langsam war. Gerade auf Wanderungen oder Reisen entstehen viele Motive spontan. Wenn man nach einigen hundert Höhenmetern endlich einen Aussichtspunkt erreicht und plötzlich das Licht perfekt ist, möchte man nicht erst lange fokussieren.

Genau hier hat die Leica Q für mich den entscheidenden Unterschied gemacht.

Dazu kommt ein weiterer Punkt: Gewicht. Die Kamera ist kompakt, leicht und verschwindet problemlos im Wanderrucksack. Trotzdem wirkt sie hochwertig, robust und unauffällig. Egal ob in den Bergen, auf Reisen oder bei der Streetfotografie: Die Leica Q fühlt sich nie wie Ballast an.

Immer noch toll: Die Leica M11 zusammen mit dem Summilux 35mm einfach eine hübsche Kamera

Denken in Brennweiten

Der Wechsel von 35 mm auf 28 mm war für mich zunächst alles andere als einfach.

Besonders bei Porträts musste ich komplett umdenken. Näher herangehen, andere Perspektiven ausprobieren und lernen, mehr Umgebung in meine Bilder einzubeziehen. Vieles fühlte sich anfangs ungewohnt an.

Genau darin lag aber die größte Stärke der Kamera.

Mit der Zeit habe ich begonnen, Motive bereits in 28 mm zu sehen. Statt ständig über die passende Brennweite nachzudenken, konnte ich mich stärker auf Licht, Komposition und den Moment konzentrieren.

Haarscharf bis ins letzte Detail: Die 60 MP des neuen Sensors und das Summilux harmonieren gut

Den Blick in der Streetfotografie weiten

Auch mein Blick auf Streetfotografie hat sich verändert.

Früher wollte ich einzelne Motive oft möglichst freistellen und isolieren. Mit 28 mm funktionierte das nur bedingt. Stattdessen wurde die Umgebung automatisch Teil der Geschichte.

Heute empfinde ich genau das als Bereicherung. Die Menschen links und rechts des eigentlichen Motivs, das Chaos einer Straße oder die Architektur im Hintergrund machen ein Bild häufig erst interessant.

Die Leica Q3 hat mich gelehrt, offener zu fotografieren.

Ganze Szenen einfangen auf den Straßen mit dem 28mm Summilux

Gute Kameras müssen Spaß machen

Eine weitere Erkenntnis kam eher unerwartet.

Natürlich sind Autofokus, Dynamikumfang und Auflösung wichtig. Viel wichtiger ist für mich inzwischen aber die Frage geworden: Habe ich Lust, diese Kamera mitzunehmen?

Die Leica Q3 beantwortet diese Frage seit drei Jahren mit einem klaren Ja.

Sie ist leicht, unauffällig und macht einfach Spaß. Der leise Zentralverschluss, die einfache Bedienung und das reduzierte Design sorgen dafür, dass die Technik in den Hintergrund rückt und das Fotografieren wieder in den Vordergrund kommt.

Und genau das macht für mich eine gute Kamera aus.

Ohne Zweifel: Die Leica Q3 macht eine gute Figur

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Mein Wunschzettel für die Leica Q4

So zufrieden ich mit der Leica Q3 bin, natürlich denke ich auch darüber nach, wohin Leica die Q-Serie weiterentwickeln könnte.

Mein Wunsch wäre dabei gar nicht mehr Technik um der Technik willen.

Viel spannender fände ich eine Kamera, die den Weg vom Bild bis zur Veröffentlichung konsequent weiter vereinfacht.

Auf meiner persönlichen Wunschliste für die Leica Q4 stehen deshalb:

  • eigene Presets direkt in die Kamera laden
  • deutlich schnellere Übertragung zum Smartphone
  • integrierter Hochgeschwindigkeitsspeicher
  • ein schnellerer Prozessor
  • modernisierte Videofunktionen
  • eine optische Überarbeitung des Summilux 28 mm für künftige Sensorgenerationen

Was ich dagegen nicht brauche, sind immer mehr KI-Funktionen.

Die Leica Q3 in meinen Händen

Fazit

Die Leica Q3 hat mich nicht zu einem besseren Fotografen gemacht, weil sie 60 Megapixel besitzt oder einen guten Autofokus hat.

Sie hat mich zu einem besseren Fotografen gemacht, weil sie mich gezwungen hat, bewusster zu sehen, konsequenter mit einer Brennweite zu arbeiten und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Und vielleicht ist genau das die größte Stärke dieser Kamera.

Eines meiner Lieblingsporträts mit der Leica Q3

Was ursprünglich als Wechsel zu einer kompakteren Kamera begann, entwickelte sich zu einer fotografischen Reise. Ein persönlicher Rückblick auf die Leica Q3, die Kraft der Beschränkung und meine Wünsche für die nächste Generation der Q-Serie.